Europa positioniert sich in den nächsten fünf Jahren als zweite globale Supermacht im Bereich der sauberen Energietechnologie nach China. Prognosen von S&P Global zeigen, dass Europa über 1.000 Milliarden Dollar in saubere Energietechnologien investieren wird, während Nordamerika weniger als die Hälfte davon aufbringt. Aber die große Frage ist: Wer wird diese Technologie liefern?
Solange Europa weiterhin Technologie aus China kauft, werden die europäischen Unternehmen nichts von dieser Investitionswelle profitieren. Chinesische Hersteller werfen ihre Produkte zu Dumpingpreisen auf den europäischen Markt, und die fünf größten Anbieter berichten von Verlusten zwischen 4 und 5 Mrd. USD bis 2025. Dies untergräbt die europäische High-Tech-Industrie und kostet Arbeitsplätze.
Die Instrumente, um dies zu ändern, stehen bereit. Der Net Zero Industry Act ermöglicht es, dass europäische Technologie bei Ausschreibungen besonders belohnt wird, und zwar auf der Grundlage von Kriterien wie Kreislaufwirtschaft, Innovation und Kohlenstoff-Fußabdruck. Das Gesetz zur Beschleunigung der Industrie, dessen Entwurf letzte Woche durchgesickert ist, bietet zusätzliche Instrumente, um nachhaltige Technologien aus Europa zu fördern.
Der Aufruf an das neue Kabinett ist klar: Nutzen Sie diese Instrumente. Kaufen Sie nicht weiterhin alles aus China. Viele chinesische Solarmodule und Windturbinen enthalten giftige Stoffe wie PFAS und Antimon. Wenn Sie sich für europäische Alternativen entscheiden, vermeiden Sie nicht nur ein Abfallproblem, sondern regen auch Kreislauflösungen an.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen liegen auf der Hand. Die europäische Produktion schafft Arbeitsplätze in der verarbeitenden High-Tech-Industrie und sorgt für die Entwicklung neuen Wissens. Unternehmen, die vor Ort produzieren, werden derzeit durch Dumping behindert, können aber mit gezielter staatlicher Unterstützung schnell wachsen.
Ein konkretes Beispiel, das wir von Solarge nennen können, ist das Aufkommen von PV-Carports in Gewerbegebieten. Diese kombinieren Sonnenkollektoren mit Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und entlasten das Stromnetz. Bei lokalen Anbietern sorgt dies für einen enormen Beschäftigungsschub. Allein in den Niederlanden gibt es ein Potenzial von mehreren Millionen Quadratmetern. Das Versicherungsunternehmen Achmea lässt derzeit einen 2 ha großen Carport mit niederländischer Technologie realisieren, der im April fertiggestellt sein wird.
Die Botschaft ist klar: Europäische Investitionen in saubere Energie sind nur dann sinnvoll, wenn sie auch europäische Arbeitsplätze und Innovationen schaffen. Der rechtliche Rahmen ist vorhanden, jetzt muss die Regierung ihn anwenden, um das Wachstum ihrer eigenen Unternehmen zu fördern.
