Im Jahr 2026 erreicht die Energiewende einen neuen Meilenstein. Auf dem Dach eines SABIC-Produktionsstandorts in Bergen op Zoom wurde die größte kreislaufwirtschaftliche Solaranlage der Niederlande realisiert – ein Projekt, das dank einer Zusammenarbeit zwischen Engie, Solarge und SABIC zustande gekommen ist. Mit Hunderten von leichten thermoplastischen Solarmodulen auf einem Industriedach zeigt dieses Projekt, dass großflächige Solarenergie und Kreislaufwirtschaft kein Widerspruch sind, sondern eine logische Kombination. Es ist ein Modell dafür, wie die Industrie ihre Energieversorgung in den kommenden Jahren nachhaltiger gestalten kann.
Was dieses Projekt so besonders macht, ist nicht nur sein Umfang, sondern auch die Prinzipien, auf denen es basiert. Die SOLO Ultra Low Carbon-Module von Solarge bilden das technologische Herzstück der Anlage. Sie wurden ohne Glas, ohne Aluminium und ohne PFAS entwickelt und sind am Ende ihrer Lebensdauer vollständig recycelbar. Dies ist kein symbolischer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, sondern eine grundlegende Entscheidung für eine Kreislaufwirtschaft im Energiesektor.
Zusammenarbeit zwischen Engie, Solarge und SABIC
Die Zusammenarbeit zwischen Engie, Solarge und SABIC vereint drei starke Partner, von denen jeder seine eigene Rolle spielt. Engie übernahm als Energieunternehmen und Projektentwickler die Leitung bei der Planung und Realisierung der Anlage. Solarge lieferte die innovativen PV-Module, die das Projekt technisch und nachhaltig auszeichnen. SABIC stellte sein Industriedach als Standort zur Verfügung und ist als Chemiekonzern selbst aktiv an der Entwicklung der thermoplastischen Materialien beteiligt, aus denen die Solarge-Module bestehen.
Diese letzte Verbindung ist kein Zufall. SABIC ist einer der Rohstoffpartner hinter der Polymerzusammensetzung der SOLO-Paneele, was der Zusammenarbeit eine zusätzliche Ebene verleiht: Der Hersteller des Materials ist gleichzeitig der Endverbraucher des Endprodukts. Diese Art der Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette ist genau das, was die Kreislaufwirtschaft in der Praxis erfordert. Das Projekt zeigt, dass großflächige nachhaltige Dachanlagen nicht nur technisch realisierbar, sondern auch wirtschaftlich und strategisch attraktiv für alle beteiligten Parteien sind.
Technische Merkmale der SOLO Ultra Low Carbon-Paneele
Die SOLO Ultra Low Carbon-Module von Solarge wurden mit einer thermoplastischen Polymertechnologie entwickelt, die sich grundlegend von herkömmlichen Solarmodulen unterscheidet. Während Standardmodule aus einer Glasplatte, einem Aluminiumrahmen und mehreren Klebeschichten bestehen, sind die Solarge-Module vollständig aus einem Polymerverbundwerkstoff aufgebaut. Das Ergebnis ist ein Modul, das 50% leichter ist als sein Glaspendant, ohne dabei Abstriche bei Leistung oder Lebensdauer zu machen.
Die Module wurden umfassend auf Hagel, Schneelast und Winddruck getestet und haben eine erwartete Lebensdauer von mehr als 25 Jahren. Dank ihrer Konstruktion ohne zerbrechliche Materialien sind sie in der Praxis zudem bruchsicher – ein Vorteil, der bei großen Industriedächern nicht unterschätzt werden sollte. Die Installationsgeschwindigkeit ist um 50% höher als bei herkömmlichen Systemen, was bei einem Projekt dieser Größenordnung direkte Kosteneinsparungen bei den Arbeitsstunden und den Kranarbeiten mit sich bringt.
C_passport® und Materialrückverfolgbarkeit
Jedes SOLO Ultra Low Carbon-Modul wird mit einem eigenen C_passport® geliefert, einem digitalen Pass, der den gesamten Materialfluss des Moduls dokumentiert. Vom Rohstoff über die Produktion und die Installation bis hin zur Wiederverwendung am Ende der Lebensdauer: Alles ist rückverfolgbar. Für Organisationen, die ESG-Berichtsanforderungen oder interne Nachhaltigkeitsziele erfüllen müssen, bietet dies ein konkretes und überprüfbares Instrument.
Was macht diese Anlage zur größten zirkulären Solaranlage?
Die Anlage auf dem SABIC-Gelände in Bergen op Zoom ist die größte kreislaufwirtschaftliche Solaranlage der Niederlande, gemessen an der Anzahl der vollständig recycelbaren, glasfreien PV-Module, die an einem Standort installiert wurden. Dies unterscheidet dieses Projekt von anderen groß angelegten Solarenergieprojekten, bei denen sich die Kreislaufwirtschaft oft auf Absichten oder Teilmaßnahmen beschränkt.
Bei diesem Projekt sind alle 100%-Paneele recycelbar, frei von PFAS und Aluminium und werden in den Niederlanden hergestellt – mit einem nachweislich geringeren CO₂-Fußabdruck als herkömmliche Alternativen. Die Kombination aus Umfang und Konzept macht es zu einem Vorzeigeprojekt für die Branche. Es zeigt, dass Kreislaufwirtschaft bei groß angelegter Solarenergie nicht auf Kosten von Leistung, Zuverlässigkeit oder wirtschaftlicher Machbarkeit gehen muss.
CO₂-Fußabdruck und Kreislaufwirtschaft in der Praxis
Der Produktionsprozess der Solarge-Module führt zu einem CO₂-Fußabdruck, der bis zu 80% geringer ist als bei herkömmlichen Glasmodulen. Dieser Unterschied ergibt sich aus der Verwendung von thermoplastischen Polymeren anstelle von energieintensivem Glas und Aluminium sowie aus der automatisierten Fertigung im Werk in Weert, wodurch Transportwege minimiert werden und die gesamte Produktion vollständig in den Niederlanden stattfindet.
In der Praxis bedeutet dies, dass die Anlage auf dem SABIC-Gelände nicht nur saubere Energie erzeugt, sondern selbst auch einen geringen CO₂-Fußabdruck aufweist. Der Lebenszyklus der Paneele ist auf Kreislaufwirtschaft ausgelegt: Am Ende ihrer Nutzungsdauer können die thermoplastischen Materialien zurückgewonnen und wiederverwendet werden. Dies steht im Einklang mit dem übergeordneten Ziel der Kreislaufwirtschaft, bei der Rohstoffe so lange wie möglich in der Kette verbleiben und Abfall minimiert wird.
Für Organisationen, die über Scope-3-Emissionen berichten oder ihre Lieferkette nachhaltiger gestalten möchten, bietet dieses Projekt ein konkretes Beispiel dafür, wie die Beschaffung nachhaltiger Dachanlagen zu einer messbaren CO₂-Reduzierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette beiträgt.
Erkenntnisse für groß angelegte kommerzielle Dachprojekte
Das Projekt in Bergen op Zoom liefert wertvolle Erkenntnisse für Projektentwickler, Immobilienverwalter und Installateure, die an groß angelegten gewerblichen Dachprojekten arbeiten. Die erste Erkenntnis ist, dass die Dachbelastung ein unterschätzter Faktor bei der Auswahl von Solarmodulen ist. Viele Industrie- und Logistikgebäude sind nicht für das Gewicht herkömmlicher Glasmodule ausgelegt. Leichte Solarmodule wie die SOLO-Serie ermöglichen die Nutzung von Dächern, die andernfalls nicht in Betracht kämen.
Die zweite Erkenntnis betrifft die Montagezeit. Bei großen Dächern führt eine schnellere Montage mit dem 50% unmittelbar zu geringeren Projektkosten und kürzeren Durchlaufzeiten. Dies ist besonders relevant für Projekte, bei denen Mieter oder Geschäftsprozesse so wenig wie möglich gestört werden dürfen. Die dritte Erkenntnis ist strategischer Natur: Durch die Entscheidung für Module mit nachweisbarer CO₂-Reduzierung und vollständiger Materialrückverfolgbarkeit über den C_passport® können Auftraggeber ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung mit harten Daten statt mit Annahmen untermauern.
Für Akteure, die die Umsetzung eines ähnlichen Projekts in Erwägung ziehen, ist es sinnvoll, bereits frühzeitig im Prozess zu prüfen, welche Dachkonstruktionen geeignet sind und welcher Energieertrag realistisch ist. Solarge bietet im Rahmen seiner Dienstleistungen für gewerbliche Endnutzer gezielte Berechnungen auf der Grundlage von Standort, Dachausrichtung und Verschattung an, sodass Entscheidungsträger konkrete Zahlen vorlegen können. Das Projekt mit Engie und SABIC zeigt, dass Ehrgeiz und Machbarkeit Hand in Hand gehen können, sofern die richtige Technologie und die richtigen Partner ausgewählt werden.
Ähnliche Artikel
Dieser Inhalt wurde mithilfe von KI erstellt und kann Fehler enthalten.