Auch wir mussten vorübergehend ein Dieselaggregat einsetzen; das ist für uns wirklich ein Schandfleck. Es zeigt, wie groß das Problem der Netzüberlastung ist. Außerdem war dies vorhersehbar. Zwischen 2017 und 2024 hat sich die Elektrifizierung beschleunigt und die Solar- und Windenergieerzeugung ist explosionsartig gewachsen, während der Netzausbau und die Erneuerung hinterherhinkten. Die Netzbetreiber sind in erster Linie dafür verantwortlich, das Netz zuverlässig zu halten, aber die Politik und die Lizenzvergabe haben den notwendigen Ausbau und die Innovation nicht ausreichend unterstützt. Wenn dies der Fall ist, sitzen Sie jetzt in der Klemme.
Wir versuchen hauptsächlich, das Problem mit ‘mehr Kupfer im Boden’ zu lösen, aber das reicht nicht aus. Das Netz ist für Spitzenzeiten ausgelegt, die nur wenige Male im Jahr auftreten. Das ist so, als würde man zehn Fahrspuren für einen gelegentlich auftretenden Stau bauen. Wir müssen Angebot und Nachfrage viel intelligenter steuern: Wir müssen uns an den Marktpreisen orientieren, den Verbrauch zeitlich staffeln und lokal erzeugen und speichern.
Glücklicherweise gibt es Alternativen zum Diesel, die technisch und wirtschaftlich machbar sind. Batteriespeicher in Kombination mit Sonnenkollektoren auf den eigenen Dächern sind für viele Unternehmen eine praktikable Option. Der Selbstkostenpreis von Batterien ist in den letzten Jahren stark gesunken. Mit einer Batterie können Sie den tagsüber erzeugten Solarstrom speichern, wenn Sie ihn nicht zurückspeisen dürfen, oder ihn nachts kostengünstig aufladen und diese Energie morgens für Ihren Produktionsprozess nutzen. Dies erfordert eine individuelle Anpassung: Jedes Unternehmen hat sein eigenes Verbrauchsprofil, so dass Sie die optimale Kombination aus Erzeugung, Speicherung und Strombezug berechnen müssen. Aber immer mehr Anbieter machen dies transparent und bieten auch Pachtkonstruktionen an.
Diesel kostet schnell 40 Cent pro Kilowattstunde und stößt eine Menge CO₂ aus. Strom aus der Sonne oder dem Netz liegt eher bei 10 Cent. Wenn wir jetzt massenhaft auf Diesel umsteigen, bremsen wir die CO₂-Reduktion aus und schaden unserer Wettbewerbsfähigkeit. Gerade durch dezentrale Erzeugung, intelligente Speicherung und die Entwicklung von Solar-Carports, in die zum Beispiel auch Elektroautos einspeisen können, können Unternehmen ihre Abhängigkeit vom überlasteten Netz verringern. Die Technologie ist da - jetzt müssen Politik und Unternehmertum nachziehen.
Dass die Unternehmen jetzt auf Dieselgeneratoren umsteigen, ist ein Schritt zurück in die Vergangenheit.
